Konstruktiv und vorwärtsgewandt

Vorweg herzlichen Dank für die Zusendung eines Buches. „Heute bedeckt und kühl: Große Tagebücher von Samuel Pepys bis Virginia Woolf“ von Michael Maar, hier die Verlagsseite dazu.

Das Buch über Tagebücher von Michael Maar

Das passte hervorragend. Nachdem ich gerade „Das violette Hündchen“ von besagtem Michael Maar beendet hatte, sein Buch über Details in der Literatur, und dachte, dass dieses Buch mit den Tagebüchern von ihm im Anschluss genau richtig wäre – etwa eine Stunde nach diesem Gedanken lag es dann tatsächlich im Briefkasten, ich war kurz sprachlos. Also manchmal …

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Ansonsten können wir, obwohl das Jahr noch keinen Tag alt ist, bereits einen Großtrend endgültig und nun zweifelsfrei ausrufen. Und zwar den Trend, der sich in den letzten Monaten und besonders in den letzten Wochen so deutlich abgezeichnet hat. Die Hinwendung zum Analogen nämlich, die zum ausdrücklich hippen Thema werdende Abkehr von der digitalen Zersetzung des Alltags und der Kultur.

Als Beweis für meine Behauptung führe ich Werbung an, die ich gestern zum ersten Mal gesehen habe. Es war Werbung für ein Magazin aus dem englischsprachigen Raum, in dem es um analoge Erlebnisse und Erfahrungen geht. Eine einigermaßen naheliegende Marktlücke, wenn man es sich überlegt. Man hätte wahrhaftig auch selbst darauf kommen können.

Enorm erheiternd fand ich dabei allerdings, wo ich diese Werbung gesehen habe. Nicht etwa als gedrucktes Plakat am Wegesrand oder als Anzeige in einem Print-Produkt, nein. Als Werbeformat auf Instagram, ausgerechnet. Ich habe dann leider nicht genauer nachgesehen, aber vermutlich gibt es dieses Magazin zum analogen Erleben auch oder sogar nur in einer Online-Version, womit es alles noch besser und witziger wird.

Denn reihenweise wird man Stand-up-Comedy-Formate mit den Details und den unvermeidlichen Widersprüchen dieses Trends befüllen können, und das einigermaßen mühelos. Aus Sicht der Boomer und der ihnen direkt nachfolgenden Jahrgänge auch noch mit einer besonderen Fülle von Material, eingedenk ihrer/unserer Jugenderfahrungen.

Wir, ich muss mich dazurechnen, wir werden all die jüngeren Menschen, die sich jetzt irgendeiner ihnen mehr oder weniger neuen analogen Tätigkeit zuwenden, ob sie dabei nun Schallplatten auflegen, großformatige Zeitungen auseinanderfalten, Freunde im Park treffen, gemeinsam Halma spielen, Holz hacken oder dicke Bücher auf dem Sofa lesen werden, wir werden sie alle und dauernd mit einem im Chor gemurmelten „Been there, done that, got the t-shirt“ begleiten können.

Eine Axt, die in einem Hauklotz steckt

Und wie wir damals dabei waren! Selig werden wir in unseren reichen Erinnerungen schwelgen können. Alles werden wir besser wissen und uns bei den allfälligen Rückblicken und Reenactments hin und wieder zwanzig, dreißig oder sogar vierzig Jahre jünger fühlen.

Es wird uns ein Fest sein, ein großes. Nehme ich an.

Passend dazu habe ich, es war wieder einer dieser sogenannten Zufälle, einen Podcast zum Thema gehört. Obwohl der für mich eher unglücklich gewählte und abstoßende Begriff „Digital Detox“ im Titel vorkommt, war es doch interessant: „Bildschirmzeit gezielt reduzieren.“

Eine Sendung aus der WDR-Reihe „Innenwelt“ war das, 47 Minuten.

Zwei Einwände habe ich allerdings. Der befragte Psychologe ist zum einen selbst kein Anwender dessen, was er erforscht. Er benutzt Smartphones kaum und ist vermutlich signifikant weniger online als Sie oder ich, dies wird keine zu steile These sein. Ob es aber sinnvoll sein kann, sich seinem Forschungsgebiet solcherart zu entziehen, da bin ich mir nicht sicher. Schon klar, würde er über Kokain und Heroin forschen, würde man nicht von ihm verlangen, dass er das dauernd selbst nehmen muss, um alles zu verstehen. Aber im Falle des Digitalen geht es doch um einen eher riesigen Begriffsraum, den man kaum ansatzweise begreifen kann, wenn man nicht wenigstens geringfügig teilnimmt. Oder?

Was mich gleich zum zweiten Einwand bringt, der sich auf den in der Sendung fortwährend verwendeten Begriff „soziale Medien“ bezieht. Ich halte den für zu unscharf, um ihn in einem wissenschaftlichen Sinne zu verwenden. Wir haben alle längst kein einheitliches Bild und keine übereinstimmende Vorstellung mehr davon, was und wie diese sozialen Medien sind, worüber wir dabei eigentlich reden. Je nach Lebensalter und nach der damaligen Phase, in der wir mit diesen sozialen Medien in Kontakt kamen, wird das krass unterschiedlich ausfallen.

Wenn man weiterhin irgendetwas von diesen sozialen Medien nutzt, in welcher Intensität auch immer, wird man auch wissen, dass sich diese Medien erstaunlich schnell und auch gründlich ändern. Dass sie schwer zu greifen sind, schwer auszudeuten. Denn während man noch herumdeutet, wandelt sich das Gedeutete vielleicht gerade bis zur Unkenntlichkeit.

Es sind aber trotz dieser Einwände auf jeden Fall genug Inhalte in der Sendung, um sie als bereichernd zu empfinden. So kam es mir abschließend vor. Und ich kann mir selbstverständlich manches auch selbst anlasten, was da als Kritik am Onlineverhalten dargestellt wird. Weswegen ich es definitiv für sinnvoll halte, sich mit diesen Aspekten immer wieder zu beschäftigen.

Um dann aber hinterher, versteht sich, ein dickes, gedrucktes Buch auf dem Sofa zu lesen. Und dabei endlich, endlich auch während des lässigen Herumliegens an der Spitze der Bewegung zu sein. Wir könnten – auch ich komme auf Marktlücken! – im Zuge dieses Trends den berühmten „Armen Poeten“ von Spitzweg im Postkartenformat neu drucken und anders betiteln. Wir schreiben einfach „Der gechillte Hipster“ darunter und bauen darauf, dass dieses Bildchen bald in sämtlichen WG-Küchen des Landes an die Wände gepinnt werden wird. Da geht doch was!

Sehen Sie, so beginne ich das Jahr konstruktiv und vorwärtsgewandt. Und, es versteht sich von selbst, stets bemüht.

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The same procedure

Zunächst möchte ich wieder Mascha Kaléko auf die Bühne bitten, was man ohnehin nicht oft genug machen kann. Sollten Sie Ihr schmales lyrisches Gesamtwerk nicht bei sich herumliegen haben – ich empfehle es für jeden Haushalt, es ist eine Labsal.

Ihr Abgesang auf ein Jahr, aus welchem man nicht eben freudejauchzend und hoffnungstrunken hinausrutscht, er sei auch diesmal wieder zitiert, weil er nach wie vor passt.

„Nekrolog auf ein Jahr“ heißt das Gedicht, ich zitiere es nicht ganz vollständig:

Nun starb das Jahr. Auch dieses ging daneben

Längst trat es seinen Lebensabend an.

– Es lohnt sich kaum, der Trauer hinzugeben,

Weil man sich ja ein neues leisten kann.

 

Man sah so manches Jahr vorüberfliegen,

Und der Kalender wurde langsam alt,

– Das Glück gleicht eleganten Luxuszügen

Und wir der Kleinbahn ohne Aufenthalt …

 

Im Wintersportgebiet hat’s Schnee gegeben.

Wer Hunger hat, schwärmt selten für Natur.

Silvester kam. Und manches Innenleben

Bedarf jetzt fristgemäß der Inventur.

[…]

Nun starb ein Jahr. Man lästre nicht am Grabe!

Doch: Wenn das Leben einer Schule gleicht,

Dann war dies Jahr ein schwachbegabter Knabe

Und hat das Ziel der Klasse nicht erreicht …

***

Dies also einerseits, und es ist auch richtig und wird erneut von mir tief empfunden, geteilt und unterschrieben. Von den Jahren, die Ihr kennt, war es für mich aus Gründen, die hier allerdings nicht standen und auch nicht stehen werden, mit Abstand das schlechteste Exemplar. So schlecht sogar, dass es mich auf den letzten Metern noch zu für mich eher ungewohnten Handlungen, neu versuchten Gesprächen und dann schließlich auch zu gewandelten Einstellungen trieb.

So dass das Jahr am Ende sogar Erfolg hatte. Also wenn diese Änderungen bei mir denn der Zweck dieses zwölfmonatigen Projektes waren, was ein etwas egozentrisches Weltbild voraussetzt. Okay, okay. Ich stelle jedenfalls mit allerdings vorläufig noch bleibender Skepsis fest, dass ich erstaunlich gut gelaunt aus diesem Jahr gehe, was mit großer Sicherheit mein unerwartetes Immerhin des Jahres ist.

***

Sowieso aber sind alle persönlichen Probleme stets und jederzeit streng zu relativieren, wie wir alle gut wissen. Und da ist nun dringend eine zweite Dichterin zu zitieren. Eine mit einem anders gearteten Werk, es geht auch nur um eine einzige Zeile von ihr. Dies ist eine Zeile, die ich gerade oft sehe. Sie wurde mir groß entgegenplakatiert und prangt am benachbarten Ohnsorg-Theater, an dem ich täglich und meist auch mehrfach vorbeigehe: „Huul man nich, Du leevst ja noch.“

Hier der Link zum so beworbenen Stück.

Ja, danke, es geht schon wieder, murmele ich dann im Vorbeigehen nach kurzem Bedenken. Vielen Dank, es geht schon wieder. Eine Weile oder ein paar Meter lang.

Was noch? Amüsiert stelle ich fest, dass unser Traditionssong von „Burning Hell“ an diesem Tag, „Fuck the government, I love you“, seit diesem Jahr bei YouTube eine Altersbeschränkung hat und damit nicht mehr in Blogs oder anderswo eingebunden werden kann.

Verlinken auf YouTube kann man aber nach wie vor, und wenn Sie alt genug sind, dann dürfen Sie das Video auch sehen, bitte hier entlang. Besonders dann, wenn Sie das Lied noch nicht kennen. Für mich gehört der Song verbindlich zu diesem Tag, ein kleines Meisterwerk in Text, Musik und Bild.

Ansonsten, und ab hier ist es nun Brauchtumspflege:

Wir folgen wiederum der in diesem Blog hinlänglich etablierten Tradition: Kein Silvester ohne diese Bilder. Es handelt sich beim Folgenden daher noch einmal um die verdämmernde Erinnerung an eine norddeutsch-ausgelassene Silvesterparty in einem kleinen Ort bei Hamburg. Der Abend ist mittlerweile bereits über zwei Jahrzehnte her und also längst nicht mehr wahr.

Deutlich erkennt man jedenfalls die sogenannte Hanseaten-Ekstase in meinem Blick.

Denn man muss gelegentlich daran erinnern: Wir hier oben im Norden, wir sind gar nicht so. Wir können auch anders.

Maximilian Buddenbohm an Silvester, mit Partyhut

Der gleiche Abend, nur einen Meter weiter: Die Herzdame. Liebreizend wie stets und dabei auf nordostwestfälische Weise in strahlender Herzlichkeit bestens gestimmt und dem Leben mit all seinen Abenteuern jederzeit offen und positiv zugewandt:

Die Herzdame an Silvester, mit Partyhut

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Mir bleibt noch, mich noch einmal für die Trinkgelder der letzten Wochen, die sicher wieder teils weihnachtlich oder jahresbilanzierend gemeint waren, herzlich zu bedanken. Es waren zwei Summen für die Söhne dabei, diese wurden ausgezahlt, die beiden Empfänger winken dankend und gechillt wie immer.

Es war mir ein Fest, jeder einzelne Euro, allerbestes Publikum.

Passen Sie auf sich auf, kommen Sie gut rüber und bewahren Sie bitte unbedingt Haltung.

Wir sehen uns drüben, wenn Sie mögen.

Kreideschrift auf dem Pflaster: NeuJA

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Freiheit für die Fußgängerzonen

In der Innenstadt wurden die Holzhütten der Weihnachtsmärkte schon wieder und fast in rasender Eile abgebaut, verladen und hurtig abgefahren. Die ganze intensiv glühweinduftdurchzogene und wurstfetttriefende Heimeligkeit wurde bereits irgendwo eingelagert und verstaut, hat nun eine lange Pause vor sich.

Die verladenen Hütten erinnern ein wenig an Planwagen und Trecks, nur eben in der Variante der Überflussgesellschaft.

Eine auf einen LKW-Anhänger verladene Weihnachtsmarktholzhütte

Die Fußgängerzonen sind endlich wieder angenehm freier begehbar, ohne Passantenmassenslalom, Außengastrostaus und andere saisonale Barrieren. Die Menschen zogen sich mehrheitlich zurück in ihre Gehäuse und auch die zahllosen Terrorabwehrbetonblöcke mitten auf den Fußwegen werden bald von den Wegen verschwunden sein, die sie jetzt noch versperren.

Irgendwo, denke ich mir, wird ein gigantisches Terrorabwehrbetonblocklager sein. Vielleicht sieht dieses Lager aus wie die chinesische Mauer. Es wird also im Falle von Großstädten auch vom All aus zu sehen sein etc.

Die alten Motive tauchen nach der Befreiung vom Weihnachtsgeraffel wieder im Stadtbild auf. Sie sind erneut bestens fotografierbar und wirken auf einmal wie neu. Da hat man immerhin einen angenehmen Effekt des überbordenden Dezembertrubels. Wenn auch nur ex negativo.

Boote der weißen Flotte am Anleger Jungfernstieg

Boote der weißen Flotte am Anlager Jungfernstieg

Blick über die Binnenalster vom Jungfernstieg aus, etliche fliegende Möwen im Vordergrund

Blick vom Jungfernstieg über die Kleine Alster

Währenddessen kracht und zischt es beim Schreiben vor den Fenstern und von der Alster her, wo sich vermutlich jugendliche Delinquenten zwischen panischen Hunden johlend um das kümmern, was die Herren von Erdmöbel einst besungen haben: Die Raketen zwischen den Jahren.

Mit der Herzdame sah ich am Abend „Perfect Days“ von Wim Wenders, der Film läuft gerade in der ARD. Es ist ein Film, über den ich im Vorwege schon so viel gelesen und gehört habe, dass er mir seltsam bekannt vorkam und zudem auch recht genau meinen Vorstellungen entsprach. Für den Freundeskreis „Die analoge Seite“ sind angenehm viele Szenen dabei, in denen das nichtdigitale Erleben und Wahrnehmen inszeniert und betont wird. Es sind Szenen, die vielleicht sogar einem Großtrend folgen. Man wird es sehen und in einigen Jahren beurteilen können.

Anschließend diskutierten wir ungewohnt lange, was warum in dieser Story aus Tokio vorkam, wie genau sie erzählt war und wodurch. Ob etwas gefehlt hat, ob man das so machen kann, also jeweils aus unserer Sicht.

Nachdem mich vor zwei, drei Tagen das Buch von Graham Greene gerade auf die Frage brachte, wo eine Story eigentlich beginnt, jetzt also ergänzend die Frage, was in einer Geschichte drin zu sein hat. Was sagt mir das in der Verbindung, worüber soll ich jetzt wieder nachdenken.

Aber wie auch immer und abgesehen von den Grundsatzfragen, es ist jedenfalls eine gute Gelegenheit, anlässlich des Filmtitels noch einmal an die Jolly Boys und ihre Version von „Perfect Day“ zu erinnern.

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Für eine Handvoll Links

Mit Dank an den Kommentator Ede ein Nachtrag zum letzten Text. Er wies zurecht darauf hin, dass in Sachen Jazz und Text auch die Kombination Peter Rühmkorf und Michael Naura zu erwähnen sei. Was vollkommen richtig und auch wichtig ist. Auf YouTube findet man auch dazu einen Ausschnitt:

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Vanessa hat sich schubsen lassen und hat die Anders-Zorn-Ausstellung besucht. Sie betont da noch einmal einen Aspekt, den ich auch wichtig finde, nämlich dass es eher unerklärlich ist, dass uns Anders Zorn nicht als einer der Großen überliefert wurde.

Es ist durchaus nicht so, dass der Bildungskanon, in welchem Fach auch immer, stets der Logik der Werke entspricht und die Menschen lediglich getreu ihren Leistungen abbildet. Sämtliche Kanonvarianten, die wir kennen, auch und gerade in der Literatur, sind unfair und vermutlich auch kaum anders vorstellbar.

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Blick über die Aussenalster, im Vordergrund klein ein Kormoran auf einem Pfahl im Wasser an einem Steg

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Eine weitere Sendung zu einem der Standard-Themen bei mir habe ich gehört, über unsere wackeligen, unzuverlässigen Erinnerungen und die schwierige Sache mit der Wahrheit: „False-Memory – So fälscht unser Gehirn Erinnerungen“. 23 Minuten. Besonders interessant ist dabei die Sache mit den induzierten Erinnerungen.

Und apropos Hirn. Beim Schweizer Fernsehen sah ich in der Sternstunde Philosophie die Sendung mit Christof Koch über den Tod und das Bewusstsein. Es geht auch ein wenig um das Bewusste oder Nicht-Bewusste bei der KI.

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Nicht gerade mein Standard-Thema, aber geschichtlich doch interessant und ein weihnachtlicher Nachklapp: Die Radiosendung (45 Minuten) „Jungfrau Maria – die berühmteste Mutter aller Zeiten.“ Auch ohne dem christlichen Glauben zuzuneigen, finde ich den Forschungsstand zu biblischen Themen immer wieder faszinierend. Fast hätte ich spannend geschrieben und wäre damit der Seuche zum Opfer gefallen. Man muss ständig aufpassen, dass man sich nicht versehentlich assimiliert, es ist wirklich lästig.

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Außerdem gibt es noch einige Instagram-Empfehlungen. Zunächst die Künstlerin Angelica Hicks, die mit einfachsten Mitteln Designer-Mode und bombastische Outfits der extravaganten Art nachmacht.

Dann The Vintagearian. Der allen Spaß machen wird, die den Zug zur analogen Seite auch gerade stärker spüren und außerdem nostalgische Schlagseite haben oder zumindest vergangenem Design gründlich nachtrauern.  Es gibt viele Creator seiner Art, vor allem im Bereich Mode. Was der Vintagearian aber darstellt, das ist doch oft bemerkenswert konsequent durchgespielt. Bei mir wächst beim Betrachten manchmal die Lust, hier und da einige Gegenstände in meinem Alltag vielleicht doch durch etwas ästhetischere, also meist ältere Varianten zu ersetzen.

Natela Grigalashvili wurde hier schon öfter empfohlen und liefert immer weiter fantastische Bilder aus Georgien. Bilder, die oft so aussehen, als seien sie nicht nur aus einer anderen Gegend, sondern wie beim Vintagearian auch aus einer anderen Zeit.

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Ein Konzerthinweis noch. Man könnte als Mensch aus oder nahe bei Hamburg den Erwerb von Tickets erwägen, ich habe schon zugeschlagen: Der Auftritt der James Hunter Six im Knust am 10. Februar 2026. Hier der Link zum Veranstaltungsort.

Zu James Hunter zwei Videos, einmal das zu „Ain’t that a trip“ mit Van Morrison, mit einer großartigen Choreografie, bei der sich das Dranbleiben nach dem etwas unspektakulären Anfang lohnt:

Und einmal der neueste Song, ruhiger und nett animiert: „Here and now“.

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Text und Jazz

Es gab guten Jazz für mich. Ich war im Birdland, wo Catrin Striebeck von der neulich hier erwähnten Pannonica de Koenigswarter erzählte („Ich habe meinen Mann verlassen, weil er Marschmusik hörte“). Von der fantastisch reichen Jazz-Baroness, ihrem Nachtleben in New York und vor allem von ihrer intensiven Beziehung zu Thelonious Monk. Bis zum psychischen und physischen Untergang des Musikers.

Das Neonschild des Birdland-Clubs

Begleitet, sinnig unterbrochen und nach der Pause noch fortgesetzt durch die Musiker und ihre Interpretation einiger Stücke von Monk. Jonas Landerschier am Klavier, Lieven Brunckhorst am Saxophon, Olaf Casimir am Bass und Björn Lücker am Schlagzeug.

Ein Zettel mit der Aufschrift "Sold out", mit Filzstift beschrieben

Im Publikum, der Laden war voll, war man hier und da überrascht von dem Format, Text und Jazz so mischen? Mehrfach hörte ich, dass man das so nicht kannte. Für mich war das nicht neu. Ich fand es vollkommen erwartbar interessant und gut, für mich passen Jazz und Text hervorragend zusammen. Ich weiß in diesem Fall sogar, warum ich das so empfinde, das liegt nämlich allein an der frühen Heranführung an eine legendäre Aufnahme von 1960: „Gottfried Benn: Lyrik und Jazz“ (hier eine Rezension dazu), bei der Gert Westphal und Dave Brubeck et al. zu einem Kunstwerk zusammengefügt werden, das ich vom ersten Hören an geliebt habe und das für meinen Lyrikkonsum Folgen hatte.

Man kann hier einen Ausschnitt davon hören, den Besitz des Albums in welcher physischen Form auch immer kann ich außerdem mit Dringlichkeit empfehlen.

Text und Jazz, gar kein Problem also, ein durchaus sinniges Match. Fanden dann auch viele im Publikum: „Das passt ja gut!“ Genau.

Schön und bereichernd war es für mich, Kompositionen von Monk einmal live vorgespielt zu bekommen. Das kam mir hilfreich vor, ich kann seine Kompositionen jetzt mit neuem Verständnis hören. Manchmal ist es doch gut, das Handwerk vorgeführt zu bekommen, nicht alles „nur“ immer auf Kopfhörern zu genießen.

Die Musik von Monk ist kein lasziver Bar-Jazz, den man zu später Stunde zum Zwecke der Verführung eines Dates auflegen würde. Sie ist auch nichts, was man beim Kochen mitpfeifen möchte und wohl auch nicht morgens unter der Dusche nachträllert, sie ist etwas anders. Der Mann war selbst auch anders, wie man nachlesen kann, er war ziemlich anders als andere. Und man drückt es vermutlich wohlwollend genug aus, wenn man es bei dieser knappen Formulierung belässt. Es verlangt etwas Konzentration und Einfühlungsvermögen, sich mit seiner Musik zu beschäftigen, es wird bei seiner Person auch so gewesen sein.

Ein Bemerknis dazu noch. Zu seiner Musik und ihrer Wirkung bei Live-Genuss, ein Bemerknis bei der Betrachtung des Publikums an diesem Abend.

Es gab da Menschen im Publikum, und die Mehrheit war es nicht, aber doch ein ansehnlicher Anteil, die gingen beim Hören ab, wie man so sagt. Die gingen also rhythmisch mit, schon erstaunlich wild kopfnickend oder nahezu tanzend hüftschwingend, im Sitzen fußwippend oder fingertrommelnd etc. Ganz so, als würden sie da etwas hören, was in etwa der Schnittmenge von Jazz, Funk und Hip-Hop entsprungen war, mit einem deutlichen Einschlag in Richtung der gut erkennbaren und eingängigen Rhythmen. Das war die eine Gruppe.

Eine andere Gruppe gab es noch, die wurde hervorragend beispielhaft dargestellt etwa von einem älteren Mann in meiner Nähe. Der, und es passte sensationell gut, Commander Picard nicht ganz unähnlich war. Und seine Hände so hielt, dass die Fingerspitzen sich berührten, und der über diese Hände hinweg vollkommen unbewegt auf die winzige Bühne sah, mit einem Gesichtsausdruck zwischen Skepsis und geneigtem Wohlwollen. Als würde er bei einem besonders vertrackten Schachspiel zusehen und nebenbei auch eigene Züge erwägen, weil das Mitdenken nun einmal dazugehört.

Wobei Monk auch ein versierter Schachspieler war, by the way.

Seine Musik wird jedenfalls gut beschrieben, finde ich, wenn man anerkennt, dass diese beiden Varianten des Genusses vollkommen legitim waren, und das ausdrücklich auch gleichzeitig.

Es war Schach, aber es war eben funky.

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Lesen und Wohnen

Gehört: Ein Zeitzeichen über F. Scott Fitzgerald, 15 Minuten.

Gelesen: Den Michael Maar habe ich gestern beendet. Sein Buch über die Details in der Literatur, „Das violette Hündchen“, hier der Verlagslink dazu. Und weil er sich darin in anziehende Lobeshymnen auf Graham Greene versteigt, habe ich in mein Regal gegriffen und mir den Band, um den es da bei ihm geht, noch einmal auf den Nachttisch gelegt. Denn es ist mir stets wichtig, bei der Auswahl des nächsten Buches möglichst irrational und spontan vorzugehen, jederzeit der Kaninchenspur zu folgen und nicht etwa einem schnöden Plan. Den man zwar haben, aber nur in hoffentlich seltenen, eher uninspirierten Notfällen befolgen sollte.

„Das Ende einer Affäre“ also, ins Deutsche übersetzt von Edith Walter. Vor vielen Jahren habe ich es zum ersten Mal gelesen, in meinen Zwanzigern vermutlich. Zusammen mit einer ganzen Reihe von Greenes Werken. Die im Regal noch heute eine Reihe bilden, nur im Geiste etikettiert mit „Noch einmal lesen und dann in den öffentlichen Bücherschrank.“ Was keine Abwertung darstellt, aber ich behalte nur noch die Bücher, in die ich tatsächlich sehr wahrscheinlich noch mehrfach hineinsehen werde. Also etwa Lyrikbände, die wenigen Lieblingsromane mit Immerwieder-Charme, dicke Tagebuch-Ausgaben und dergleichen.

Eine beeindruckende und selbstverständlich tragische Liebesgeschichte ist dieser schmale Roman von Greene, ein Roman, in dem Gott eine wichtige Rolle spielt. Und noch dazu eine interessante, denn der Hauptdreh des Buches, den ich hier nicht spoilern möchte, könnte auch heute erzählt werden. Mit anderem Ausgang vermutlich, mit anderen Denkmodellen auch, aber mit der gleichen grundsätzlichen Moralfrage im Hintergrund und als Basis des Ganzen.

Die Story, an die sich die meisten Leserinnen und Leser, so nehme ich jedenfalls an, nach der Lektüre ebenfalls länger erinnern werden, weil sie besonders interessant gebaut ist, beginnt mit einem ersten Absatz, der mir damals auch länger im Gedächtnis geblieben ist. Es ist eine Art von Anfang, über die jemand wie Michael Maar ohne Weiteres erneut ein dickes Buch in Weihnachtsurlaubsdimensionen schreiben könnte. Nämlich über die in der Tat unterhaltsame Frage, warum eigentlich Geschichten dort beginnen, wo sie beginnen.

„Eine Geschichte hat weder einen Anfang noch ein Ende. Willkürlich wählt man den Moment, von dem aus man ein Erlebnis rückschauend betrachtet oder sich vorstellt, wie es weitergeht. „Man wählt“ sage ich mit dem falschen Stolz des professionellen Autors, den man – falls er anerkannt ist und ernst genommen wird – wegen seiner Technik lobt, aber ich wähle tatsächlich, allein weil ich es will, jenen nassen, schwarzen Januarabend 1946 auf dem Gemeindeanger und den Anblick von Henry Miles, der vorgebeugt durch einen heftigen Regenguss stolperte – oder haben diese Bilder mich ausgesucht?“

Ein ausgezeichneter Anfang, denke ich.

Das Buch "Das Ende einer Affäre" in der TB-Ausgabe von dtv

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Ansonsten war gestern der Tag ohne familiäre Termine, ohne Besuche und ohne To-Dos. Herumgelegen und gelesen haben wir, stundenlang, nahezu ganztägig, vollkommen ereignislos, sehr gut war das. Und lange war es her, dass wir das in dieser Intensität und zeitlichen Erstreckung so hinbekommen haben. Es sind Steigerungen denkbar, möchte man sich selbst gegenüber beim Nachdenken über diese Gelegenheiten vielleicht anmerken, mit immerhin weihnachtlich mildem Tadel.

Beim abendlichen Blick aus dem Fenster sah ich außerdem etwas Ungewöhnliches, nämlich dass ringsum nahezu alle Fenster in den Häusern rund um den Platz erleuchtet waren. Ein durchaus ungewohnter Anblick; sonst sehe ich einen lückenhaften Lichterflickenteppich im Abendszenario. In jedem Haus leuchtet gewöhnlich nur hier und da ein Licht hinter den Scheiben, die Menschen haben verschiedene Rhtyhmen. Gestern dagegen war nahezu alles erhellt, was nur Mieterinnen oder Mieter hatte. Sogar die Kirche, in der nur nach der Meinung mancher jemand dauerhaft wohnt.

Nie bist du ohne Nebendir“, wie es bei Ringelnatz damals hieß. Auch in unserer Nachbarschaft war man offensichtlich allgemein zuhause, wohnte man nun ein wenig herum, waren die Weihnachtsreisen und Familienausflüge schon beendet worden, waren die Besuche absolviert und all die Geschenke überbracht und mitgenommen worden.

Man könnte glatt darauf wetten,

Überall belegte Sofas und Betten.

Überall das Marzipan im Magen,

Überall das Wohlbehagen.

Überall wird weihnachtlich umnachtet

Sehr besinnlich Raufaser betrachtet.

 

Wo man geistig eben landet, wenn man einen weiteren Tag lang eher positiv denkt. Sie kennen das, nehme ich an.

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Und dann noch ein Bild, welches man weihnachtlich deuten könnte, denn der Pflastermaler hat hier nachgelegt.  Man muss es aber keinesfalls weihnachtlich deuten, es bleiben andere Möglichkeiten.

Kreideschrift auf dem Pflaster: Froh sein

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Nach gängigen Klischees der eher positiven Art

Wieder nach Hamburg gefahren und auch die andere Mutter zu Weihnachten besucht. Einmal kurz durch den Hauptbahnhof gegangen, um dort Blumen für diesen Zweck zu erwerben. Die Grand Hall gab sich dabei als unübersichtliche, wimmelvolle Familienangehörigenaustauschstation. Großeltern, Tanten, Onkel, Cousinen und überhaupt Verwandte und sicher auch Freundinnen und auch Freunde aller Art wurden dort unter etlichen Umarmungen und mit lebhaftem Drücken und Herzen verabschiedet oder begrüßt. Stiegen mit großen Paketen in Geschenkpapier und oft mehreren Koffern in Züge oder aus solchen aus, wurden von Familienverbänden in teils beachtlicher Größe umhalst, wangengeküsst und oft noch mit weiteren Geschenken sowie Blumen ausgestattet. Es wurde insgesamt viel gewunken, geweint und gelacht, herumwuselnde Kinder und Hunde waren entsprechend außerordentlich aufgeregt.

In Richtung des geöffneten Supermarktes sah ich auch gestresste Gesichter. Das waren die obligatorischen Menschen, die in festlicher Zerstreutheit etwas Entscheidendes vergessen hatten. Und die ahnten schon, wie lang die Schlange an den Kassen an so einem Tag sein würde, mit nur wenigen geöffneten Geschäften in der ganzen Stadt, die man an den Fingern einer Hand abzählen konnte.

Weihnachten sah jedenfalls am 1. Feiertag zumindest in diesem Bahnhof, zumindest in dieser Stunde, ganz so aus, wie man es nach den gängigen Klischees der eher positiven Art erwarten kann. Also wie man es auch im Rahmen einer mild unterhaltenden Erzählung abbilden könnte, etwa im Rahmen einer weihnachtlichen Geschichte mit Happy End, Versöhnungsszenen, Familienglück und allem.

Es ist nicht so, dass es so etwas gar nicht geben würde. Man darf es also sicher ab und zu auch feststellen.

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Dann habe ich noch eine YouTube-Empfehlung für Sie. Nämlich den Account, der die Auftritte der Ed-Sullivan-Show (Wikipedia-Link, falls Ihnen das nichts sagt) zeigt und bei dem man fantastische Entdeckungen machen kann.

Angefangen etwa mit Nat King Cole am Klavier, der hier seine Frau Maria begleitet, von der ich bis eben nicht wusste, dass sie auch Sängerin war, dass also fast die ganze Familie sang.

Oder hier, Melina Mercouri, die über Piräus singt, mit Tränen an der richtigen Stelle:

Übergehend auch zu anderen Formen der Unterhaltung, etwa hier mit Richard Burton und dem Rezitieren von Dichtung, besonders faszinierend:

Oder Orson Welles mit der Predigt aus dem ersten Teil von Moby Dick, was ein Auftritt!

Und das ist nur aus den neuesten Postings dort. Auch die älteren Clips sind sehenswert, es lohnt sich, da etwas rückwärts zu scrollen. Etwa hier die fantastische Aufnahme einer jungen Nina Simone:

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Außerdem ein letztes weihnachtliches Bild, dann beenden wir diese Saison auch schon wieder. Nur noch eben der nächtliche Himmel in Nordostwestfalen, so fiel das dort aus:

Weihnachtsdeko an einem Fenster, leuchtende Halbmonde

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Ein Ziehen zur analogen Seite hin

Wir machten vor den üblichen Ritualen mit Bescherung, Festessen etc. einen Spaziergang durch das Dorf und über den Friedhof, auch den Schwiegervater zu begrüßen, die Großeltern der Herzdame und andere, die schon vorgegangen sind. Am Grab eines jüngeren Menschen sah ich, und sicher sah ich so etwas zum ersten Mal, ein kleines Glas Nutella. Statt Blumen. Oder zusätzlich, das mag sein.

Es erinnerte mich etwas an das Denkmal für Johannes Paul II., das bei uns im kleinen Bahnhofsviertel neben der katholischen Kirche steht. Zu seinen Füßen werden oft Blumen abgelegt, teils erstaunlich üppig, manchmal aber auch verschiedene Lebensmittel. Wein und Sekt standen dort schon, Brötchentüten lagen da und waren durchaus kein Müll, sondern eher Geschenke. Sogar Tupperdosen lagen schon vor dem Sockel, mit irgendetwas darin, was jemand selbst zubereitet haben wird. Opfergaben, Liebesgaben. Vielleicht zur Bestechung, als Bittzauber voller Hoffnung oder auch aus reiner Zugewandtheit, aus frommer Liebe sogar. Aus einem Wunsch heraus jedenfalls, etwas geben zu wollen, schenken zu wollen.

Sofern es nicht gerade aus Angst geschieht, was sicher auch manchmal als Erklärung infrage kommen wird, kann man sich also einen Bezug zu Weihnachten denken. Es gibt eine Linie von den Geschenken unter dem Baum, also falls es bei Ihnen auch noch so altmodisch inszeniert wird, zu diesem kleinen Glas Nutella am Grab oder zu dem selbstgebackenen Kuchen vor dem Denkmal für den toten Papst. Es gibt eine Linie von der Liebe zu den Opfergaben. Diese Linie wird sehr, sehr alt sein, menschheitsalt vielleicht.

Kalt war es auf diesem Spaziergang, ungewohnt kalt, und es war schön, danach wieder im Haus zu sein. Wo eine Mittagsschlafkatze für mich bereitlag, schon warmgeschnurrt und mit halbgeschlossenen Augen, hinter denen sich ganz andere Sphären auftaten. Ein wunderbarer Service, den ich in Hamburg doch manchmal vermisse.

Eine liegende Katze mit einem auffälligen schwarzen Fleck auf der Nase

Ich bestaunte nach dem Nickerchen ein wenig die zurückgelassene Plattensammlung des Schwiegervaters. Ich blätterte sinnend und mich erinnernd durch die Alben, die einen ganzen Schrank füllen, und klein ist der nicht. Mit Bewegungen blätterte ich da, die ich lange nicht gemacht habe. Die nur noch der Freundeskreis Vinyl täglich erlebt, wir anderen aber längst nicht mehr. Ich sah mir einige Cover genauer an, ich freute mich auch wieder über Gemeinsamkeiten in etwas exotischeren Geschmacksbereichen (etwa bei Aphrodite’s Child) und auch über die angestrebte Vollständigkeit bei den Großen, etwa bei den Beatles oder bei Chuck Berry.

Platten aus der Sammlung des Schwiegervaters, George Rafferty, Jimi Hendrix, Best of Beat

Tage könnte man investieren, um sich einmal durch diese Sammlung zu hören, und eine verlockende Idee schien mir das zu sein. Platten auflegen und Lieder anspielen, ganz wie damals. Genauer lesen, was alles auf den Covern steht. Bilder ansehen. Aber der Plattenspieler ist längst nicht mehr angeschlossen, die Verkabelung der verbliebenen Geräte des Hifi-Enthusiasten ist ein vermutlich kaum zu lösendes Rätselwerk und die Zeit dafür habe ich ohnehin nicht. Aber so ein Ziehen zur analogen Seite hin spürte ich doch wieder, und etwas Schlechtes war das nicht.

Nebenbei stellte ich im Bereich des Digitalen fest, dass ich wieder einen Termin in Hamburg nicht rechtzeitig mitbekommen hatte. Immer wenn ich denke, jetzt habe ich mich dermaßen gründlich abgesichert, jetzt kann unmöglich noch etwas durchrutschen, wird mir prompt der Beweis für das Gegenteil auf dem Bildschirm angezeigt. Es hat manchmal etwas von digitaler Häme.

Zum Ausgleich habe ich umgehend Karten für Fortuna Ehrenfeld erworben, im März werden sie in Hamburg sein.

Ob das Leben sich bis dahin allerdings heavy tanzbar gestalten wird, es kommt mir durchaus weiterhin zweifelhaft vor, und das ist milde ausgedrückt. Aber man muss den Möglichkeiten immer etwas Raum lassen, das ist ebenfalls wichtig.

Und am Abend dann die Möglichkeit für sehr gutes Essen. So etwas hilft manchmal auch weiter, wie wir alle wissen. Tanz den Rosenkohl, wie man als Mensch murmeln könnte, der damals bei der Neuen Deutschen Welle dabei war.

Eine Schüssel mit geputztem Rosenkohl

 

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Was macht sie jetzt wieder und warum

Nach Nordostwestfalen gereist, über seltsam leere Autobahnen und geisterhaft unbefahrene Landstraßen. Nichts als Gegend, wie meine Mutter bei solchen Gelegenheiten sagen würde, mit einem ausdrücklich missbilligenden Blick in die unverstellte Landschaft. Die beim Transit durch Niedersachsen bemerkenswert freudlos aussah, nach einem bestenfalls mäßig gelaunten Land, nach Dysphorie in der Fläche. Unter einem novembrigen, spätherbstlich anmutenden Himmel und in einer Tageshelle, die kaum als solche zu bezeichnen war. Eine etwas lichtere Dämmerung war es bestenfalls hier und da.

Wenig Weihnachtsdeko in diesem Jahr an der Strecke. In den Vorgärten und rund um die Kreissparkassen und Tankstellen leuchtete es kaum. Eindeutig weniger als im letzten Jahr. Auch dies folgt Trends, an deren Absprache sich niemand erinnert, deren Ergebnis aber überall besichtigt werden kann. Man wird es wohl nicht erklären können, nehme ich an.

Nach Fest und Winter sah es jedenfalls kaum irgendwo aus, Weihnachtslieder oder Gedichte konnten einem während dieser Fahrt kaum in den Sinn kommen. Von der Stimmung und Anmutung her war es eher ein Setting für Trakl-Lyrik, mit allen Arten von Brauntönen, Abendlicht und dunklerer Gefühlslage. Große Greifvögel am Wegesrand, die mit bronzefarbenen Augen starr auf die passierenden Autos sahen, unter den Krallen etwas blutrot Schimmerndes. So etwas dann hervorheben! Krähen zogen darüber hinweg und durchs Bild, selbstverständlich schwirren Flugs. Aber nicht etwa zur nächsten Stadt, denn da war weit und breit keine Stadt.

Mitten auf einem Feld stand ein Mann ohne erkennbaren Zweck. Still stand er dort und sah bewegungslos in die leere Ferne. Vogelscheuchenähnlich, aber doch besser angezogen. Ein Wartender, ein Hoffender, ein Ausgeklinkter oder Abgemeldeter. Ein Mensch wie Sie und ich, nur womöglich noch fehlplatzierter, noch unabgeholter als wir. Man weiß es nicht und man wird es auch nicht erfahren.

Und während wir fuhren, durch kahle Wälder, an gottverlassenen Naturschutzgebieten vorbei und über neugebaute Umgehungsstraßen um Dörfer herum, fiel die Temperatur um drei Grad. Ganz so, als ginge es weit nach Norden, diesem Weihnachten entgegen.

Richtung Weihnachten aber hätte man von der Stimmung dieser Fahrt aus in einem leicht resignativen Reimtonfall weiterdenken müssen, irgendwo zwischen Kaléko und Kästner vielleicht. Dezent angebittert, aber doch leserinnenorientiert mit etwas Resthoffnung im letzten Vers oder wenigstens im Abgang.

Aber apropos Resthoffnung. Den lokalen Medien aus Hamburg entnahm ich gestern die große Unzufriedenheit. Nämlich die der Weihnachtsmarktbetreiberinnen einerseits und die des Handels andererseits. Die Menschen haben weder genug Glühwein getrunken noch genug Schmalzgebäck oder Wurst verdrückt oder wenigstens genug Tand und Trödel gekauft. Geschweige denn neue Computer, Fernseher, Fahrräder etc. Man hielt sich vielmehr allgemein zurück, so stand es da. Man trank keinen zweiten oder dritten Becher mehr, man kaufte eine Portion Pommes für drei Personen.

Da kann ich etwas anlegen, was nicht in den Medien stand. Zwei Bemerknisse aus dieser Weihnachtszeit, zwei Veränderungen im Verhalten der Masse. Zwar habe ich nicht sehen oder erkennen können, dass es weniger Konsum gab, aber als Beobachter, der jeden Tag durch die Stadt geht, und das in jedem Jahr, stellte ich immerhin fest: Es wurde mehr Musik gemacht, und teils sogar spontan. Singende Freundeskreise, swingende Familien. Nicht immer war es als Straßenmusik gemeint, teils „einfach so“, teils also Selbstbespaßung. Man stand und sang, mit teils gar nicht einmal so deutlicher Ironie dahinter.

Und als ob das nicht schon absonderlich genug wäre, wurde auch mehr getanzt. Was sich sogar durch Instagram nachweisen ließe, ich sah dort etliche Clips davon. Nämlich wie Passanten vor Straßenmusikgruppen spontan einige Runden drehten, Foxtrott, Discofox und Freistil. Wenn man an Musikern vorbeigeht, kann man auch mal eben vorbeitanzen, und es macht nichts, dass ringsum sofort zehn, zwanzig Smartphones erhoben werden und alles gefilmt wird.

Menschen aus verschiedenen Altersgruppen und Ländern sah ich dabei. Ob wir da schon die Analogie zum Tanz auf dem Vulkan bemühen müssen, das weiß ich allerdings nicht, zumal die Vorstellung des Dezemberhamburgs in der Rolle als womöglich aktiver Vulkan stark überfordernd für meine Fantasie ist. Vielleicht aber gibt es einen Bezug zu den nun vielfach vermeldeten gesellschaftlichen Trends, die darauf verweisen, wieder mehr mit Freunden, analog und mit mehr Gefühl zu machen, also doch wieder mehr rauszugehen, sich öfter zu treffen etc. Pudding mit der Gabel zu essen, all das. Vielleicht ist das tatsächlich so, ich weiß es nicht.

Man steht staunend vor oder neben der Gesellschaft und rätselt so herum: Was macht sie jetzt wieder und warum. Schöne Grüße an dieser Stelle auch an den Freundeskreis Neurodiversität.

Im Heinatdorf der Herzdame gab es nach der Ankunft Kuchen von der Schwiegermutter. Der Baum war schon geschmückt, das Kaminfeuer war bereit und der Hund seufzte wohlig im Schlaf, desinteressiert an uns und überhaupt an der Welt, während die Katze ihre Meinung zum Thema Besuch vorerst rücksichtsvoll für sich behielt.

Die Nichte der Herzdame wird nächstes Jahr achtzehn Jahre alt, sagte sie nebenbei. Und obwohl ich doch Söhne im entsprechenden Alter habe, guckte ich genau so dumm und sinnlos erstaunt, wie alle Erwachsenen gucken, wenn die Kinder in ihrem Umfeld so etwas sagen. Diese Kinder, die neulich noch mit Bauklötzen gespielt haben. „Dann seid ihr ja bald alle erwachsen“, sagten wir etwas irritiert, denn manchmal ist man nun einmal nicht geistreicher und wird es an so einem Tag auch nicht mehr. Schon gar nicht nach zwei Stück Torte.

Ein Stück Zitronentorte
Ein Stück Frischkäsekirschtorte

Nun. So jedenfalls ließ es sich an, das Fest in diesem Jahr. Wie immer aber gilt: Haben Sie es bitte gut. Und machen Sie es den Kindern schön.

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Ordnung und Unglücksabwehrzauber

Zu den hier üblichen Jahresendmaßnahmen gehören diverse Aufräumprozesse. Unter anderem wird dabei mein Kleiderschrank auf Vordermann gebracht, mit nebenbei erfolgender und genauer Inspektion sämtlicher Taschen an Sakkos, Jacken und anderem Zeug. Was mir in guten Jahren auch noch etwas Geld einbringt, nicht aber in diesem besonderen Elendsexemplar von Jahr. Ich habe nach den letzten Monaten auch mit nichts mehr gerechnet. 2025 und ich, wir werden uns auf den letzten Metern nicht mehr versöhnen, so viel scheint mir festzustehen.

Ich konnte mich aber immerhin über eine Tüte Lakritz freuen. Die ich irgendwann trickreich vor den Söhnen in Sicherheit gebracht habe, indem ich sie in den Tiefen eines schwarzen Anzugs, farblich sinnig passend, sowohl vor dem Nachwuchs als auch vor mir selbst versteckte. Es sind die kleinen Freuden, denn es war teures und gutes Lakritz, in Würde gealtert.

Dann nahm ich mir noch meinen Rucksack vor. Nach einhelliger Meinung sämtlicher Herrenmodeexperten, Gentlemen-Topchecker und auch nach den überzeugt vorgetragenen Meinungen von Kennern der Materie wie etwa Hugh Grant oder Bill Nighy, die es doch wissen müssen, trägt man keinen Rucksack. Niemals. Ich weiß das, und ich trage ihn dennoch.

Mea culpa, mea pera, um kurz die Lateinerinnen unter Ihnen zu erfreuen.

Ich muss nämlich ein Notebook oder manchmal auch zwei durch die Gegend transportieren. Und ich muss dabei dauernd für vier Personen einkaufen, ich sehe da kaum eine andere Möglichkeit. Mit dem Hackenporsche möchte ich nur ungern ins Büro gehen, etwas Würde möchte man doch in den Augen der Kolleginnen noch behalten.

Und alles, was in irgendeiner Art Tasche ist, belastet die Muskulatur einseitig und ist daher strikt abzulehnen. Ich möchte mich für die Einkäufe nicht krummlaufen. Was macht man da, was bleibt einem an Möglichkeiten. Ich kann mir schlecht einen Träger nehmen, denn wie retro oder gar kolonial würde das wirken? Wobei es vielleicht nur noch wenige Umdrehungen der Welttrends braucht, bis wir auch da wieder ankommen werden, nehme ich mittlerweile an.

Übrigens bin ich so alt, ich habe noch Gepäckträger an Bahnhöfen erlebt, fällt mir dabei gerade ein. Menschen, die beruflich Koffer getragen haben, man kann es sich kaum noch vorstellen. Manchmal muss ich kurz überlegen, ob bestimmte Bilder wirklich meine eigenen Erinnerungen sind – oder doch eher Szenen aus uralten Dokumentarfilmen, noch ruckelig in Schwarzweiß gedreht.

In meinem Rucksack gibt es jedenfalls Fächer, die habe ich seit Jahren nicht aufgemacht. Darin befanden sich z. B. etliche Masken, noch aus der Hochphase der letzten Pandemie. Als wir sie alle dauernd getragen haben. Nicht nur zwei oder drei Masken, nein. Bedeutend mehr, ein wahrer Schatz. Also je nach Situation.

Dazu, und da geht es wieder in die Vergangenheit, etliche Schnürsenkel verschiedener Art und zwei Paar Strümpfe. Das geht auf ein seltsames Jahr zurück, in dem ich seriell Pech mit gerissenen Schnürsenkeln und der Verbindung von Pfützen und nassen Strümpfen hatte. Das hat sich seitdem nie so wiederholt, aber ich habe eben vorgebaut. Und außerdem damals meine Meinung verfestigt, dass es im Laufe des Lebens die allerseltsamsten Themenjahre gibt. Auf eine wenig nachvollziehbare und auch kaum glaubwürdige Art.

Außerdem waren in dem Rucksack noch Tintenpatronen, Notizhefte und -bücher sowie Schreibgeräte in fast peinlich großer Zahl. Würde man diesen Rucksack ohne mich auffinden, man könnte ohne Weiteres ableiten, dass er jemandem gehören müsse, den die permanente Angst umtreibt, etwas nicht aufschreiben zu können. „Na und!“, sage ich da und hebe das Kinn trotzig ein wenig an. „Es gibt schlimmere Ängste, und sehen Sie, die habe ich alle nicht.“

So.

Eine angebissene Salami in einem wenig erfreulichen Gesamtzustand fand ich außerdem, deren Herkunft ich mir nicht recht erklären kann. Es war keine Sorte, die ich essen würde. Und schon gar nicht würde ich sie in das Fach stecken, in dem ich sie fand. Aber einen Verdacht konnte ich doch spontan entwickeln, denn vermutlich wollte vor langer Zeit ein Sohn seinen Snack dort kurz parken, auf einem Ausflug in den Zoo oder dergleichen.

Eine Packung Feuchttücher, die dort schon sehr lange sein muss, denn seit wie vielen Jahren haben wir so etwas gar nicht mehr im Haushalt oder sonst zur Hand? Sie ist dort auch nur, ich weiß es in diesem Fall genau, weil ich einmal, als die Söhne schon längst aus dem Feuchttuchgebrauchsalter heraus waren, mit der S-Bahn fuhr und eine Mutter im Sitz mir gegenüber ein Baby auf dem Arm hatte, welches sich mit Schwung auf ihr Sommerkleid erbrach. Wonach ich ihr ebenso routiniert wie ritterlich Feuchttücher aus meinem Vorrat reichen konnte, was sie sehr erfreulich fand und sich dann derart begeistert bedankte – wäre sie eine verlassene Mutter gewesen und ich alleinstehend, wir hätten uns auf genau diese Art kennengelernt, zumal sie äußerst sympathisch aussah. Ich erkenne Muster und Drehbücher, wenn ich sie sehe.

Und eben weil sie sich damals so gefreut hat, habe ich mir gedacht, behalte ich mal eine Packung bei mir, denn wer weiß. Es war allgemeine Vorsorge, weswegen auch das Taschenmesser daneben lag, sowie die Kopfschmerztabletten, die Pflaster und die Medikamente gegen Übelkeit und Halsschmerzen. Was man so braucht. Oder was man meint, irgendwann brauchen zu können, denn offensichtlich habe ich das alles nicht gebraucht.

Weil ich es eben jederzeit dabeihatte, wie man an dieser Stelle lebensratgebend und fast schon altersweise ergänzen kann. Die Prophylaxe als Unglücksabwehrzauber betrachtet! Es ist kein Aberglaube, es ist lediglich die Summe der Erfahrungen.

Und dann war da noch, in einer kaum zugänglichen Falte im Boden des Rucksacks, die mir vorher noch nie aufgefallen war, der zweite Autoschlüssel. Den wir seit Jahren vermisst und im Familienkreis vor einigen Sommern in einem Urlaub lange und intensiv gesucht haben, unter Austausch wüstester Anschuldigungen. Welche nun aber alle längst verjährt sein werden.

Ich habe den Schlüssel dann nach dem Abspulen dieser Erinnerungen milde lächelnd dorthin zurückgetan. Denn ich weiß ja jetzt, wo er ist, und der Platz scheint ausreichend sicher zu sein.

Doch, doch, ich finde es sehr befriedigend, am Jahresende aufzuräumen. Immer wieder.

Blick auf die Außenalster vom Ufer an der Kennedybrücke aus, im Vordergrund ein Rettungsring im Haltegestänge, darunter Herbstlaub

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